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Ausstellung - Volker Beyer, Sandor Aranyi

Malerei, Fotos und Objekte

Ausstellung vom 12.03.2018 - 05.05.2018
GALERIE LATERNE Karl-Liebknecht-Str. 19 - 09111 Chemnitz
Geöffnet: Mo bis Fr von 10 - 16 Uhr

Vernissage am 12.03.2017 19.30 Uhr
Veranstaltet vom Kunstverein Laterne e.V.
Laudatio: Hans Brinkmann

ARGENTINIEN

Auszug aus dem Katalogtext

LATERNE: Du bist wahrscheinlich, was Pleinairreisen betrifft, die am weitesten gereiste Person im Kunstverein Laterne. Da gab es Aufenthalte in Polen, Frankreich, in Ungarn nun in Argentinien, die innerhalb Deutschlands mal nicht mitgezählt. Am ausführlichten ist wohl die Begegnung mit den Künstlern in Csongrad, was in Ungarn liegt. Dorthin fährst Du jedes Jahr und das schon seit langem. Es gibt hier in der Zeitung schon einige ausführliche Berichte von diesen Kunstlertreffen. Was reizt dich, immer wieder unterwegs zu sein und dein Schaffen nach Ausserhalb zu verlegen?

Volker Beyer: Na ja, eigentlich ist man - Künstler sind ja eigentlich - immer bissel alleine. Im Atelier hat man immer das Gefühl, dass man nur für sich ist. Da hat man wenigstens einmal oder zweimal im Jahr den Drang, ich zumindest, mit jemand anderem oder mit Freunden, Kollegen zusammen was zu machen. Was einem auch im Nachhinein dann wieder etwas Rückhalt gibt oder ... was im Kopf bleibt. Und das sind jetzt in dem Fall die Ungarn gewesen, weil ich dort am meisten bin. Früher war es Frankreich, aber das hat sich erledigt, das gibt es nicht mehr als Pleinair. Und in dem Fall - Argentinien - ist es so, dass die Ungarn das organisiert haben. Also das hängt so alles miteinander zusammen.

LATERNE: Vielleicht mal eine Zwischenfrage zu dir, du scheinst einen inneren Plan zu haben, Kunst zu erschaffen und fühlst dich durch äussere Umstände wenig gestört, im Gegenteil die Aktion oder das Ereignis scheint ein Treibmittel zu sein für deine Produktion. - Der Künstler braucht Anregung - das lebst du und zehrst davon. Wie baust du die Pleinairs in deine innere Kunst-Konzeption ein? Oder wird sie durch die Pleinairs gestört oder verändert?

Volker Beyer Nö, an und für sich stört das nicht. Im Gegenteil. Weil ich ja weiss, wo ich bin. Bis auf jetzt, in Argentinien, da wusste ich nicht, wo ich ankomme. Aber die anderen Dinge, da weiss ich ja, wo ich bin. Da kenne ich die Leute und möchte auch nicht so gross experimentieren, weil ich manchmal der Meinung bin, das dauert seine Zeit, das muss wachsen. Wie gesagt, Csongrad, das ist ein Ort oder die Region für mich, die kenne ich aus dem Effeff. Und da mach ich dann mein Ding. Da hab ich jetzt keinen Plan vorher. Ich weiss,was auf mich zukommt. Die Gegebenheiten und das Drum und Dran, darüber muss ich mir vorneweg keine Gedanken machen. Das entsteht dort. Natürlich, wenn ich jetzt plötzlich anderswo bin, dann habe ich schon ganz schöne Anlaufschwierigkeiten. Bevor ich in meinen Rhythmus komme und mir dazu so meine Gedanken machen kann, ist unter Umständen die ganze Aktion fast schon vorbei, und das Ergebnis entsteht dann natürlich zu Hause. Wenn ich mich auskenne, ist es kein Problem, aber wenn ich fremd bin, hab ich zu tun, bis ich in meine Mühle komme.

Laterne: Kein Problem dabei?

Volker Beyer Man ist natürlich unzufrieden, wenn man sieht, die anderen haben schon was, und du sitzt immer noch an deinem Zeichenblock und es ist noch nichts Gescheites entstanden. Klar ist man dann unter Druck, es muss was rauskommen. Aber im Nachhinein ist ja immer was entstanden.

Laterne: Wie wirst du dort wahrgenommen, also überhaupt im Ausland, als ein deutscher Künstler, der was typisch Deutsches macht oder typisch deutsch ist auch als Person? Oder ist die Kunst eine allgemeine Sprache, in der sich jeder eigenständig ausdrücken kann, und das wird so akzeptiert, unabhängig davon, wo einer herkommt?

Volker Beyer Gerade in Ungarn oder in Frankreich spielt das keine Rolle, wo du herkommst, zumindest in den Kreisen, ich kann das nicht verallgemeinern. Aber wo ich hinfahre, ist das ganz egal, wo du herkommst, es zählt, was du machst. Und wie du dich dann einbindest, das kommt nun auch dazu. Es gibt ja welche, die machen dort überhaupt nichts mit, die machen ihr eigenes Ding, die sieht man nie oder bloss mal abends kurz. Ich bin da ja einer, der eher mal mithilft beim Essen, beim Kochen, da und das - auch mal beim Trinken. Na ja, jedenfalls ... Und darauf legt der Sandor auch Wert, der sucht immer Leute aus, die bissel mitmachen, sagen wir mal so, die sich in das ganze Ding einfügen. Egal, ob du nun ein Plakat aufhängst oder Einladungen verteilst oder mal dabei bist zum Künstlergespräch, wo manche gar nicht hingehen, weil sie sagen: Ich versteh sowieso nichts. - Na, ich versteh es auch nicht, aber ich gehe trotzdem mit hin. Und das war jetzt in Argentinien auch so, dass ich da - ich wusste ja nicht, wo ich hinkomme - von mir aus einfach losgegegangen bin. Das ist so ne Kleinstadt gewesen, wo wir direkt untergebracht waren. Und da - einfach los! Natürlich kann ich kein Spanisch. Englisch nicht viel. Aber man kommt irgendwie durch. Im Gegenteil, ich fand es immer sehr angenehm. Bis auf die Polizei. Mich haben sie mal angehalten. Ich hatte keinen Ausweis oder Pass mit, und es gab ein paar Schwierigkeiten ... Aber das hat sich dann geklärt.

Vernissage: Am 12.03.2018 19.30 Uhr

Laudatio: Hans Brinkmann


Der Katalog, 60 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen der ausgestellten Arbeiten kann per e-mail (laterne19@freenet.de) für 5,00 Euro plus Versandkosten bestellt werden.


Veranstaltungshinweis: Finnissage Am 05.05.2018 Museumsnacht, Volker Beyer ist anwesend und für Gespräche offen - zeitgleich eine Erinnerungsveranstaltung an Andreas Martin Stelzer Gespräch mit Zeitzeugen und Erinnerungsstücken ab 19 Uhr bis 23 Uhr

Galerie und Kunstverein LATERNE e.V.
Karl-Liebknecht-Str. 19
09111 Chemnitz

Tel.: 0371 4019727
Internet: www.galerie-laterne.de
E-Mail: Laterne19@freenet.de
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 - 16 Uhr
andere Zeit auf Anfrage


Der Kunstverein Laterne ist Veranstalter des Projektes.
Das Ausstellungsprojekt wird durch das Kulturmanagement der Stadt Chemnitz gefördert






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