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Kunst Privat Biograhie
  Gudrun Höritzsch
 
  • 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren
  • 1977-79 Lehre als Wirtschaftskauffrau
  • 1979-82 Abendstudium an der HfBK Dresden
  • 1985-90 Tätigkeit in der Altenpflege
  • 1990 Mitaufbau einer künstlerischen Werkstatt in Wilischthal
  • Arbeit für die Denkmalpflege im Bereich Stuck- und Steinsanierung sowie Vergoldung
  • seit 1993 lebt und arbeitet in Wilischthal
  • seit 1998 als Malerin/Grafikerin freischaffend tätig
  • seit 1986 Ausstellungen und –Beteiligungen u.a. in: Berlin, Leipzig, Karl-Marx-Stadt/Chemnitz, Gera, München, Köln, Dresden, Frankfurt a. M., Zschopau, Hof, Ansbach, Most Und Prag (Tschechien), Freiberg, Lodz/Polen, Zwickau, Aichach, Winterthur/Schweiz, Tampere/Finnland 
  • Arbeiten befinden sich in öffentlichen sowie privaten Sammlungen 
  • 1999 Beteiligung an der Grafikmappe HOMMAGE a EDVARD MUNCH für die Chemnitzer Kunstsammlungen anlässlich der Ausstellung e. MUNCH IN CHEMNITZ
  • 2002 Anerkennung „100 SÄCHSISCHE GRAFIKEN“
  • 2005 Beteiligung „Grosse Sächsische Kunstausstellung“ in Leipzig 



Aus: Kunstzeitung Laterne 5.Jahrgang Nr. 5/96

Mit meiner Geburt 1961 wurde ich das fünfte Glied in unserer Familie. Ende meines fünften Lebensjahres fing eigentlich alles an, die unbekümmerte Kindheit näherte sich dem Ende. Ich sollte im kommenden Jahr eingeschult werden. Ich war voller freudiger Erwartung, schließlich wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt. Fünf Jahre später sah das schon etwa anders aus. Die Schule und das drumherum kannte ich inzwischen zur Genüge. Damals wünschte ich mir, dass die nächsten fünf Jahre schon vorbei wären. Sie vergingen auch ziemlich schnell. Vielleicht doch zu schnell, zumindest aus heutiger Sicht. Ich war also fünfzehn geworden und wenn ich mich recht erinnere, machte ich in dieser Zeit meine ersten bewussten Malversuche und ich entdeckte den Holzschnitt für mich. Nach weiteren fünf Jahren – ich hatte inzwischen Schule und Lehrjahre hinter mich gelassen, wurde ich schwanger. Zuerst war ich nicht sonderlich begeistert. Diese einschneidende Veränderung ging mir nun wirklich zu schnell. Aber ich hatte wenigstens noch mein Abendstudium für Malerei/Grafik zu Ende machen können. Für meine weitere Entwicklung war es dann doch ganz positiv. Neben meinen Mutterpflichten und –freuden, hatte ich endlich viel Zeit zum Malen. Als meine Tochter fünf Jahre alt war, hatte ich mich autodidaktisch ganz gut entwickelt. Ich bekam meine ersten Ausstellungen und viele künstlerisch produktive Kontakte sind entstanden. In der Zwischenzeit nahm ich eine Tätigkeit in der Altenpflege auf. Genau fünf Jahre habe ich diese Arbeit gemacht. Auf der Suche nach neuen finanziellen Existenzmöglichkeiten fing das alles im Wilischthal an. Es war ein Zufall, als ich mit Freunden dieses Haus entdeckte, die Pechhütte. Ich hatte also sechs mal fünf Jahre meines Lebens hinter mir, als wir dieses Projekt angingen. Diesmal sollten Kunst und Broterwerb eine Einheit bilden. Wir gründeten eine „künstlerische Werkstatt“. Denkmalpflege als Basis und parallel dazu freie künstlerische Arbeit. Heute nach fünf Jahren weiß ich, dass es eine komplizierte Variante ist. Jedenfalls waren es die intensivsten fünf Jahre bis jetzt. 

Laterne: Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?

Gudrun Höritzsch: Meine Bilder setzen sich aus malerischen, zeichnerischen sowie grafischen Elementen zusammen. Am ehesten würde ich sie als eine Art “Lyrische Malerei” bezeichnen.

Laterne: Was treibt dich bei der Arbeit an?

Gudrun Höritzsch: Die innere Notwendigkeit. Die Bildsprache scheint mir für mich das geeigneste Mitte zu sein, um meine Gefühlswelt – Sicht –und Lebensweise zu vermitteln.

Laterne: Aus welcher Tradition kommst du?

Gudrun Höritzsch: Es gab in der Anfangszeit, in der Zeit des Suchens viele und sehr unterschiedliche Einflüsse, bis ich meine eigene “Sprache” gefunden habe.

Laterne: Welche Techniken bevorzugst du?

Gudrun Höritzsch:Die Mischtechnik - heißt: meist lege ich grafische Elemente an, dann wird das Blatt mit den verschiedenen Materialien überarbeitet wie Tusche, Kreide, Acryl oder auf Leinwand mit Ölfarbe. Wobei die Farbe an sich das Wichtigste ist – die Farbklänge.

Laterne: Was stellst du in Tampere aus?

Gudrun Höritzsch: Mischtechniken auf Papier und/oder Leinwand.

Laterne: Was waren Höhepunkte in deinem bisherigen Schaffen?

Gudrun Höritzsch: Das Arbeiten an sich ist mir das Wichtigste. Natürlich sind Ausstellungen etwas Schönes – wenn eine Resonanz kommt, aber das verblaßt auch ziemlich schnell.

Laterne: Was hast du als Nächstes vor?

Gudrun Höritzsch: Weiterarbeiten. Vor allem nicht in Routine verfallen – experimentieren und dabei nicht den “roten Faden” verlieren.




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