Besucher:
124854


Kunst Privat Biograhie
  Konrad Hunger - Dipl. Bildhauer
 
  • 1955 in Burgstädt geboren
  • Lehre als Friseur/Theaterfriseur
  • 1977-79 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden – Maskenbild
  • 1979-84 Studium ebenda Abteilung Plastik bei Prof. Wittig
  • 1984 Diplom als Bildhauer
  • 1984-90 freischaffend in Obergruna bei Freiberg
  • 1990 Meister der Denkmalpflege GmbH Schlossberg Chemnitz
  • 1991-2001 Gründung der „Pachhütt – Künstlerische Werkstatt“ in Wilischthal bei Zschopau
  • 2001 freischaffend in Wilischthal
  • seit 2003 Tätigkeit als freier Referent für Skulptur und Plastik
  • Restaurieren von Einzeldenkmalen und historischen Fassaden sowie freie künstlerische Arbeiten in Stein, Holz und Bronze

    Kunst im Tal


Ausstellungen und Beteiligungen:

Dresden, Chemnitz, Freiberg, Schönfeld, Leningrad, Berlin. Vysnie Ruszbachy,
Most, Prag, Zschopau, Annaberg, Schloß Augustusburg, Ostritz, Schwarzenberg usw. 

2002 Ruth Leibnitz Preis der Neuen Sächsischen Galerie 

Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland

 

Fragen an Konrad Hunger in der Zeitung Laterne:

Laterne: Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?

Konrad Hunger: Na, meine Mischwesen immer noch, diese Mischwesen, diese Mutationen. Was uns da alles noch so blüht, alles hausgemachte Dinge, bin ich da so ´ne Enklave. Den Yeti gibt’s auch noch. Der rennt ja auch rum. Da hat ja der Messner gesagt, der würde auf 4 laufen, aber es wären nur 2 Tapsen, weil der immer in die anderen reingeht.

Laterne: Aber du hast selber den Yeti noch nicht gemacht?

Konrad Hunger: Nee die laufen hier noch nicht so viel rum. Nee, nee wir haben hier andere Spezies, Sparkassenspezies.

Laterne: Was treibt dich bei der Arbeit an?

Konrad Hunger: Zur Zeit hab ich wenig gemacht in den letzten 4 Wochen. Hatte keinen ruhigen Kopf.

Laterne: Ach so, das schlechte Gewissen.

Konrad Hunger: Nee, aber das ist so eine Sache, machst du was Kritisches, willst es ja nicht bloß vor die Hütte stellen. Du mußt ja auch irgendwo was erwerben. Du mußt ja irgend was erzielen. Du möchtest ja auch immer diesen Spagat bewältigen, dich zu realisieren und ein anderer will es auch noch haben und da stehen noch ein Haufen in der Reihe, die hinterher kommen. Die interessiert es gar nicht, was du machst, die wollen aber bloß was haben.

Laterne: Aus welcher Tradition kommst du?

Konrad Hunger: Figürliches, traditionelle Bildhauerei will ich mal sagen. Ich mach keine Raumkunst und diese Dinge, Objekte und Installationen und so was nicht. Die Seele rauskitzeln bei den Dingen. Das möglichst jedes Teil eine Seele hat.

Laterne: Seele ist ja ein weiter Begriff.

Konrad Hunger: Ja, daß es dich irgendwie anspricht, kannst es nicht erklären, es spricht dich an, oder eben nicht oder berührt dich eben in einer Art und Weise.

Laterne: Begrifflich?

Konrad Hunger: Nee, das schaffst du auch nicht jedesmal und wenn du es drin hast, ist das auch okay. Grade was ich da mit den Augen wahrnehme, das ist eine Gratwanderung, damit es kein Kasperle wird und so. Aber kommt der Betrachter, im Augenblick erfaßt er die Dinge, die sind  so zerbrechlich, die können umfallen, sind kaputt, sind weg. Steht davor und beherrscht das Ding. Und jetzt plötzlich zuckt ein Auge und plötzlich ist er verunsichert und das Ding war nicht dafür. Weißt du was ich meine? Normalerweise muß sich der Betrachter auch ein bißchen zurücknehmen, klein werden. Du mußt nun keine großen pathetischen Arbeiten machen, das muß nun nicht sein, daß du klein bist, einfach vom Gefühl her. Das tät eigentlich unserer Zeit gut, so eine Rückbesinnung.

Laterne: Welche Techniken bevorzugst du?

Konrad Hunger: Na ja, eigentlich Bronze. Das Problem sind eigentlich immer diese Kosten, diese Wahnsinnskosten im Vorfeld.

Ich arbeite jetzt mit  Keramik, weil das Dinge sind, da kann auch mal jemand, der nicht so viel Geld hat, sich realisieren. Weil, modellieren in Wachs ist schön und gut, aber das dann umsetzen in dauerhaftes Material kannst du eigentlich bloß auf Metall gehen. So, Blei ist da auch nicht das richtige , also bist du wieder bei der Bronze und automatisch sind da wieder Kosten.

Laterne: Was stellst du in Tampere aus?

Konrad Hunger: Na, ich würde schon meinen ....Querschnitt bringen. Also Bronze, Skulptur, Holz, Stein und in der Plastik dann eben Bronze, kleinerformatige Dinge und Keramik.

Laterne: Was waren Höhepunkte in deinem bisherigen Schaffen?

Konrad Hunger: Na wir waren ja eigentlich im Grunde genommen nicht so konfrontiert mit den Dingen. Das ist ja mehr oder weniger alles zu Formaten verkommen, die handlich sind. Na sicher, ich würde gerne mal draußen meine große Figur fertigmachen, die Tänzerin, diese Eiertzänzerin, aber da hängt viel Zeit dran, da mußt du auch den Freiraum haben. Den Freiraum, das heißt, daß eben die Kosten gesichert sind über einen Monat und über den Zeitraum, damit das Brötchen auch auf dem Tisch liegt. Und möchtest auch wieder irgend was machen, was du möglichst auch verkaufen kannst. Und bei uns ist das ja sehr schön, wir zwei sind sowie bescheuert, so´ne Künstlergemeinschaft, so Mann und Frau, das ist doch der Wahnsinn, das geht eigentlich nicht. Entweder Rechtsanwalt oder Lehrerin, das ist ja üblich, wie bei den meisten Kollegen, das ist eine ordentliche Symbiose, das ist in Ordnung. Wirklich, das ist ja jetzt ‘ne Zeit, wo du auch mal nichts verkaufst. Also mit dem Verkaufen, das ist ja jetzt so ein Tauschen.

Laterne: Was tauschst du?

Konrad Hunger: Ja ist schon nicht schlecht, daß man was zum Tauschen hat, Autoreparatur, Rechtsanwalt. Mein Schutzengel hat soviel Rechtsanwälte bezahlt.

Laterne: Was hast du als Nächstes vor?

Konrad Hunger: Workshops.




An den Anfang springen