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Kunst Privat Biograhie
  Ulrich Schönberg
 
  • geboren am 11.12.1958
  • 1980 Kontakt mit Heinz Tetzner
  • 1982 Gründung Zeichenzirkel Klub „M“ Markersdorf
  • 1992 Mitglied des Kunstvereins Laterne e.V.
  • 1997 als Grafiker tätig
  • 2003 selbstständig 
    Digitale Projekte


Auswahl bisheriger Ausstellungen:

1995 Kunstinitiative Krämerbrücke, Erfurt

1996 Neue Chemnitzer Kunsthütte, 5 Jahre Laterne

1996 Sächsisch-Bayrischer Bahnhof anlässlich des „Hofer Herbst“ mit Mitgliedern aus der Laterne, Galeria Oranzeria Podlaski, Polen Ausstellung „Der Insektensammler“, 1998 Kunsthaus Steinerne Promenade, Ansbach, 1999 Kunstverein „Pachhütt“, Wilischthal, 2000 Galerie Laterne !Der Morgen graut“, 2001 Kunsthof Hohe Straße 37, Chemnitz 

Aus: Kunstzeitung Laterne 5. Jahrgang Nr. 5/96

Ulrich Schönberg wurde 1958 im Erzgebirge geboren. Er besuchte die Oberschule in Oelsnitz, dort wo der Steinkohlenbergbau ehemals sein Zuhause hatte. Schon zeitig entdeckte er seine große Zuneigung zur Malerei, die ihn zu Persönlichkeiten führte, die ihn auf den wahrhaft steinigen Weg der Kunst vorbereiten sollten, wie zum Beispiel den Gersdorfer Maler Heinz Tetzner. Einer seiner ehemaligen Weggefährten, Hans Ulrich Wutzler – Maler in Dresden – zu einer Ausstellung die 1995 in Schmiedeberg stattfand: ‚Mich beeindruckten seine Landschaften, sie erinnern mich an unsere gemeinsame Zeit und Arbeit, die Bilder „Flöhatal“, „Steinbrüche bei Rochlitz“ oder seine „Waldeindrücke“ zeigen überzeugend seine Farbsensibilität und machen wiederum seine unkonventionelle Malweise deutlich, grafische Strukturen stehen neben flächig gefassten Zonen, die Farbe bindet beide gestalterischen Mittel zu einem Werk. Aber auch die Lösung von der Landschaft – zum Beispiel – „Menhire bei Carnac“ zeigen seinen Gestaltungswillen, wobei er mystischen oder sagenhaften Phänomenen offen gegenübersteht.’ Die Welt der Klassik besonders der vorgeschichtlichen Epochen sind seine bevorzugten Lesestoffe. All das fasziniert ihn, regt ihn an, ob er nun mit dem Pinsel arbeitet oder sich der Collage bedient – seine, wie er sagt, „gerissenen“ Bilder. Nach 1990 kommt die Kopiertechnik hinzu, gleichartige Details werden zu großformatigen Montagearbeiten zusammengefügt. Sein Thema: Die Leidenschaft – M. Klingenberg nach einem Atelierbesuch: ‚U.S. ist ein spontaner Maler, unklare Formen, Striche usw. füllen das Papier im weiteren Verlauf der Arbeit, die mit dem Wort Überlagerungen gut beschrieben wird, ändert sich das, was ich als „Bildidee“ definieren würde, noch mehrmals. Seine Arbeiten sind gefühlsbetont meist entstehen Schemen und Formen, die menschlichen Charakter tragen, Köpfe und Corpora. Doch nie wird man fotografisch genaue Züge finden. So stehen auch keine klaren Aussagen im Mittelpunkt der Interpretation seiner Bilder, sondern die grafischen Eigenschaften und Formen des Bildes und diese beeindrucken – ob grell oder düster – doch immer verschieden. 


Laterne: Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?

Ulrich Schönberg: Alles ist von der Tagesform abhängig. Ich verfolge keine Sache, die ich jetzt immer wiederhole. Die ganz verschiedenen Sachen, die entstehen immer dort und immer so, wie die Situation gerade ist. Das, was ich in Finnland vielleicht mache unter dem Motto: “Gewohnheit, Sorge und Langeweile”.

Laterne: Langeweile?Und Stühle, warum Stühle?

Ulrich Schönberg: Es könnte Langeweile sein, z.B. Ausruhen, Gewohnheit kann das sein. Aspirin hat auch mit der Gesundheit zu tun. Sorge, Chemie oder Drogen, solche Dinge versuche ich einfach zu machen. Da arbeite ich dran.

Laterne: Hast extra neue Rahmen bestellt?

Ulrich Schönberg: So großes Format hab ich immer und will ich eben diese Form so laufen lassen. Ich will nichts weiter machen, ich will nur schauen, wie das aussieht.

Laterne: Du hattest doch auch mit dem großen Drucker, der bei dir steht, Leinwände bedruckt?

Ulrich Schönberg: Das mache ich noch, wenn es sich ergibt.

Laterne: Was ist das hier, was hast du da gemacht?

Ulrich Schönberg: Insekten.

Ulrich Schönberg: Das ist gedruckt, aber vorher ist das auf Stoff gezeichnet und dann ausgeschnitten und dann habe ich mit Hilfe des Druckers versucht darzustellen, da kann man das mal machen. Die hab ich jetzt erst mal so angelegt ohne jetzt ein Konzept zu haben.

Laterne: Sind das phantastische Insekten?

Ulrich Schönberg: Nee, das sind Originale, da hab ich ein Insektenbuch. Mit der freien Hand gezeichnet.

Laterne: Aber die Farbigkeit ist doch ein bißchen eine andere.

Ulrich Schönberg: Ja.

Laterne: Hier das war ein  Katoffelkäfer .

Ulrich Schönberg: Immer wieder verändert.

Laterne: Sind das auch Drucke?

Ulrich Schönberg: Das sind Drucke. Das war die ursprüngliche Idee.

Das muß ich draußen machen, muß alles auslegen mit Folie und Papier. Eigentlich muß man ganz viel probieren, so viel Rahmen habe ich nicht, wenn der Rahmen einmal zu ist, ist das Weiß wichtig, damit die Farbe stimmt Ich will, daß das so weiß bleibt. Da hab ich auch eine ganze Serie.

Laterne: Die sind übriggeblieben?

Ulrich Schönberg: Ja, 3 oder4 Stück sind übriggeblieben. Ich hab immer so kleine Serien 5, 6, 7 Stück, die zusammenpassen können. Beschäftigung mit antiken Skulpturen, da tu ich eine Zeitlang so was machen, versuch ich einfach mal zu bearbeiten. Keine Serie.

Laterne: Da nimmst du immer gute Papiere, weil du sagst, du probierst.

Ulrich Schönberg: Ja klar.

Laterne: Das sind alles Spitzenpapiere.

Ulrich Schönberg: Aber das macht eben auch was aus, das ist schön, obwohl, wenn du´s versaust, ist das nicht mehr schön. Ist bei dieser Arbeitsweise einfach so. Ist mehr experimentell, kann man sagen.

Laterne: Das kreisrunde Motiv hattest du auch in der Schweiz?

Ulrich Schönberg: Ja, es hat mich interessiert.

Laterne: Mit Struktur, mit Papier, abgerissenes Papier, übermalt und gedruckt oder wie?

Ulrich Schönberg: Das sind Papiere richtig mit Farbe und dann ausgeschnitten, auf dem Scanner - Gescannt, und dann zusammengebaut.

Laterne: Was treibt dich bei der Arbeit an?

Ulrich Schönberg: Alles, wenn ich mich beschäftige, z.B. die 3 Worte: Gewohnheit, Sorge und Langeweile.

Laterne: Aus welcher Tradition kommst du?

Ulrich Schönberg: Mit Tetzner hat das schon zu tun. Expressiv kann man sagen. Die Einstellung von dem hat mir auch gefallen. Zirkelarbeit hat mich schon geprägt.

Laterne: Heinz Tetzner war ein guter Lehrer für dich.

Ulrich Schönberg: Ja, ich hab auch noch ein paar Arbeiten von damals.

Laterne: Welche Techniken bevorzugst du? Also diese Klebetechniken, Collagen, das ist Mischmasch von Techniken.

Ulrich Schönberg: Das ist gedruckt und dann die Reste, die noch übrig sind, sind festgeklebt und dann sind die Konturen noch mal gezeichnet. Also, ich mische alles, was im Ergebnis nutzbar sein kann.

Laterne: Was stellst du in Tampere aus?

Ulrich Schönberg: Ich wollte die 4 großen Bilder machen, sollte mir das gelingen, wollte ich die mitnehmen. Da hab ich noch ein paar kleine dazu. Aber die 4 reichen.

Laterne: Was waren Höhepunkte in deinem bisherigen Schaffen?

Ulrich Schönberg: Die Laterne-Ausstellung im Hofer Bahnhof war interessant.Was wir  alles dort gemacht haben, das  war ein großer Gewinn für uns.

Laterne: Was hast du als Nächstes vor?

Ulrich Schönberg: Mal sehen, was kommt. Nächste Sache ist dann Finnland. Da versuche ich noch was zustande zu bringen.




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